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Holger Beckmann
holger.beckmann(at)augustinum.de

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Gefördert durch

euward-Pressekonferenz und Vorbesichtigung

Freitag, 20. Juli 2018


  • Der euward
  • Die Daten zum aktuellen euward
  • Die Preisträger des euward7
  • Die euward-Jury
  • Förderer und Unterstützer



Pressekontakt

Claudia Weber Kommunikation
euward@claudia-weber-kommunikation.de
Tel. +49 / (0) 170 / 735 77 75



Der euward

Seit 2000 verleiht die Augustinum Stiftung den euward, dieses Jahr schon zum siebten Mal. Dieser Kunstpreis ist international die wichtigste Auszeichnung für Kunst im Kontext von geistiger Behinderung. Sein Ziel ist es, unbekannte Künstler zu fördern und ihr Schaffen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

In jüngster Zeit hat sich die Kunst von Menschen mit einer geistigen Behinderung zunehmend entwickelt. Neben der Tradition der „Art Brut“ oder „Outsider Art“ bildet sie heute eine neue künstlerische Szene. Oft bieten „Betreute Ateliers“ den Talenten die Bedingungen, um sich als freischaffende Künstler zu verwirklichen. Es ist der Anspruch des euward, die künstlerische Qualität im Schaffen dieser kulturellen Außenseiter sichtbar zu machen. Mit der Auszeichnung wird ihre Bedeutung für unsere Kultur erschlossen. Ihre Bildschöpfungen sind ein vitaler Impuls zeitgenössischer Kunst. Rein soziale Aspekte spielen dabei keine Rolle.

Eine Jury von bekannten Fachleuten wählt aus den Bewerbungen aus ganz Europa drei Preisträger. Sie erhalten eine Ausstellung ihrer Werke im Buchheim Museum in Bernried bei München. Außerdem werden sie mit Geldpreisen und einem Katalog zu ihrem Werk im Gesamtwert von ca. 19.000 Euro gefördert. Der Katalog und Audioguide vermitteln Kunst in barrierefreier und inklusiver Form, erstellt von einem inklusiven Redaktionsteam bestehend aus Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, Kindern von 11 bis 14 Jahren, Senioren, Studenten der Kunstpädagogik und Grafikern.

Träger des euward ist die Augustinum Stiftung. Unter ihrem Dach betreibt die Augustinum Gruppe bundesweit 23 Wohnstifte für Senioren, zwei Sanatorien für Menschen mit Demenz, eine Fachklinik für Innere Medizin mit angeschlossener Herzchirurgie, die Pädagogischen Einrichtungen des Augustinum für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger und Mehrfachbehinderung, sowie Schulen und Internate für Hörgeschädigte und Kinder mit besonderem Förderbedarf. Das Augustinum ist gemeinnützig und Mitglied im Diakonischen Werk der evangelischen Kirche.

Kurator des Kunstpreises und der Ausstellung ist Klaus Mecherlein M.A., Atelier Augustinum (München). Detaillierte Infos zum euward unter www.euward.de.



Die Daten zum aktuellen euward

  • 15.05.2017: Ausschreibung
    Der euward wird zum 7. Mal europaweit ausgeschrieben.

  • 22.08.2017: Bewerbungsschluss
    250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 15 europäischen Ländern reichen eine Auswahl ihrer Werke ein.

  • 26.08.2017: Nominierung
    Das Kuratorium bestimmt aus den Bewerbungen die Shortlist für den euward.

  • 28.10.2017: Jurysitzung
    Die Jury bestimmt die drei Preisträger und den Sonderpreisträger des euward7.

  • 21.07.2018, 18.00 Uhr: Preisverleihung
    im Buchheim Museum in Bernried am Starnberger See

    Die Preisträger werden mit Geldpreisen und durch die Publikation eines Kataloges im Gesamtwert von 19.000 Euro gefördert; mit der Preisverleihung wird die euward-Ausstellung eröffnet.

  • 22.07. – 09.09.2018: euward-Ausstellung
    mit rund 130 Werken der drei Preisträger und des Sonderpreisträgers sowie der übrigen
    nominierten Künstler/innen aus insgesamt acht Nationen Europas im Buchheim Museum in Bernried.
    Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10.00 bis 18.00 Uhr.

  • 29.07.2018: Clemens Wild im Gespräch mit Gitta Gritzmann. Autorenlesung.
    15.00 Uhr, in der Ausstellung. Übersetzung in Gebärdensprache.

  • 04.08. – 12.08.2018: Michael Golz arbeitet auf der kleinen Galerie. Künstler-Werkstatt.
    Tagsüber, im Museum.

  • 05.08.2018: Alexandra von Gersdorff-Bultmann im Gespräch mit Michael Golz. Künstlergespräch.
    15.00 Uhr, in der Ausstellung. Übersetzung in Gebärdensprache.

  • 26.08.2018: Dr. Markus Landert im Dialog mit Michael Golz. Expertenführung.
    15.00 Uhr, in der Ausstellung. Übersetzung in Gebärdensprache.

  • 09.09.2018: Verleihung des Publikumspreises und Musik. Finissage.
    15.00 Uhr, in der Ausstellung. Übersetzung in Gebärdensprache.


Alle Termine auch unter www.euward.de.



Die Preisträger des euward7


Porträtfotos und Werkbilder
finden Sie im Internet unter www.euward.de/presse/pressebilder/

1. Preis: Michael Golz (Deutschland)


Michael Golz (Jahrgang 1957) lebt in Mülheim an der Ruhr. Nach einem Schulaufenthalt in der Schwäbischen Alb, wo er seine Liebe zur Natur entdeckte, kehrte er in die Heimat zurück. Zugleich begann er 1974 mit seinen Kartenprojekten, der mit der Hand gezeichneten „Athos Landkarte“. Es zeigt sich heute nicht nur mit seinen monumentalen Ausmaßen als ein echtes Lebenskunstwerk, sondern auch in einer erstaunlichen ästhetischen und systematischen Konstanz. Eine zirka einhundertdreißig Quadratmeter große, auf Papier gezeichnete und gemalte Landkarte bildet den Kern. Sie besteht aus einzelnen Kartenstücken, die mit Klebeband miteinander verbunden wurden. Ihre kartografische Zeichnung ist von einer erstaunlichen Detailliertheit und Realistik. Zugleich aber vermittelt sie durchaus auch einen emotionalen, malerischen Wert. Die Karte wird ergänzt durch einige Hundertschaften von Handzeichnungen, die sich je auf einzelne Orte in der Karte beziehen. Schließlich ist die Athos-Welt schriftlich festgehalten. Ein Teil dessen hat er fixiert in einem Glossar.


2. Preis: Ota Prouza (Tschechische Republik)


Ota Prouza (Jahrgang 1959) lebt seit mehr als 50 Jahren in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung im Dörfchen Brtníky im nördlichen Böhmen. Er erhielt nie eine berufliche Ausbildung; auch seine Fähigkeiten zu lesen oder zu schreiben sind äußerst begrenzt. Über seine Herkunft oder Biographie ist kaum etwas bekannt. Erst später in seinem Leben wurde er als Künstler entdeckt. Prouza erschafft eine eigenständige, unverwechselbare Sprache und Motivwelt: Obwohl er immer in einer ländlichen Umgebung lebte, war er stets fasziniert vom Verkehr, von den Straßen und Gebäuden der Großstädte. Er zeichnet auf Papierbögen, die er zuvor zu meterlangen Streifen roh zusammengeklebt hat. Meist mit dicken Bleistiften und Farbstiften gezeichnet, gibt er uns die grobe Darstellung einer Welt aus einer Art Vogelperspektive.


3. Preis: Clemens Wild (Schweiz)


Clemens Wild (Jahrgang 1964) begann mit elf Jahren, Frauenfiguren zu zeichnen, später Comics. Seit 2012 ist der Schweizer Mitglied des Ateliers ROHLING, eines Künstlerkollektivs von behinderten und nichtbehinderten Kunstschaffenden im PROGR in Bern. In Bild und Text dokumentiert Clemens Wild den Alltag im Heim und erzählt vom Schicksal einfacher Menschen am Rande der Gesellschaft. Oft mit erhobenem Zeigefinger deuten seine Figuren – wie auch er selbst gerne – auf die Strategien von Ausgrenzung und Diskriminierung hin. So bringen Wilds Zeichnungen jene auf eine Bühne, die im Schatten leben, wie etwa Putzfrauen. Immer wieder wendet er sich mit deutlichen Worten und in subtilen Bildern gegen Spießertum, Angepasstheit und die übliche Geringschätzung von Menschen mit Behinderung.


Sonderpreis der Jury: Tim ter Wal (Niederlande)


Tim ter Wal (Jahrgang 1982) wurde schon als Kind mit Autismus diagnostiziert. Heute sieht er darin einen großen Vorteil, da er ein außergewöhnliches visuelles Gedächtnis hat. Ter Wal beginnt seine Bilder immer in der unteren linken Ecke seiner A3-großen Papiere. Von hier arbeitet er sich nach rechts oben vor, ohne Plan, Vorlage, Schablonen oder andere Hilfsmittel. Häufige Motive sind die riesigen Industrieanlagen, wie die DSM Chemiewerke in Heerlen, die er als Kind erlebte. Selbst aus einem zeitlichen Abstand von über zwei Jahrzehnten zeichnet er jede ihrer noch so kleinen Einzelheiten. Gigantische, düstere, menschenleere, menschenfeindliche Industrieparks. Oder pedantisch monotone Häusersiedlungen. Endlose Wolkenhimmel über leeren Landschaften.


Für den euward7 hatte das Kuratorium folgende weitere Künstlerinnen und Künstler nominiert (in alphabetischer Reihenfolge; nach Ort und Land ist das Atelier / die Institution genannt, in denen die Künstler/innen arbeiten):

  • Wolfgang Bauer, Regensburg (Deutschland), Atelier Pater-Rupert-Mayer-Zentrum
  • Daniele Bertanzetti, Sospiro (Italien), Officina Creativa La Manica Lunga
  • Markus Buchser, Basel (Schweiz), Kreativwerkstatt Bürgerspital Basel
  • Jonny Chambilla, Berlin (Deutschland), Thikwa Theaterwerkstatt
  • Kristoffer Ekelund, Stockholm (Schweden), Inuti
  • Annette Fritsch, Götzis (Österreich), Lebenshilfe Voralberg / Atelier Götzis
  • Julius Hartauer, München (Deutschland), Atelier Augustinum
  • Zeljko Katic, Wien (Österreich), Flipflap / Ayrenhoffgasse
  • Christian Rebhan, Gmunden (Österreich), Kunstwerkstatt Gmunden
  • Sigrid Reingruber, Gmunden (Österreich), Kunstwerkstatt Gmunden
  • Geert Savelberg, Maastricht (Niederlande), Galerie / Atelier Ut Glaashoes
  • Damian Valdes Dilla, Havanna (Kuba), Riera Studio
  • Rob van den Boom, Purmerend (Niederlande), Fred's Kunstatelier & Kadoshop



Die euward-Jury


Der Jury gehören Kenner und Experten aus verschiedenen europäischen Ländern an. Mitglieder der Jury für den euward7 sind:

  • Christian Berst ist Galerist, Verleger, Ausstellungskurator und Autor. 2005 gründete er die Galerie 'Christian Berst', die einzige Galerie für Art Brut in Paris. Ihr Renommee verdankt sie einer konsequenten Entdeckungsarbeit für die zeitgenössische Art Brut, die Berst um die ganze Welt führt. Als Kurator, Ausstellungsleiter und Leihgeber für Museumsausstellungen veröffentlicht Berst regelmäßig Kataloge und Beiträge. Seit 2011 leitet er die Herausgabe einer Enzyklopädie zur Kunst der Outsider.

  • Dr. Monika Jagfeld ist seit 2008 Direktorin der Stiftung / Museum schweizerische Naive Kunst und Art Brut in St. Gallen. Sie studierte Kunstgeschichte, Psychologie und Christliche Archäologie. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte liegen in der Outsider Art, Art Brut, Naive Kunst, Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, Gender Studies und gesellschaftspolitischen Themen.

  • Daniel J. Schreiber ist seit August 2013 Direktor des Buchheim Museum in Bernried. Er studierte Philosophie und Kunstgeschichte in München und Hamburg. Nach einer Assistenz am Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg war er Kurator an den Kunstsammlungen Böttcherstraße in Bremen, am Museum Frieder Burda in Baden-Baden sowie am Arp Museum Rolandseck. Ab 2009 war er künstlerischer Leiter der Kunsthalle Tübingen. Schreiber kuratierte zahlreiche Ausstellungen zur Kunst der klassischen Moderne, der Nachkriegszeit und der Gegenwart.

  • Eva di Stefano, Prof. em., lehrte von 1992 bis 2013 Geschichte und Phänomenologie der zeitgenössischen Kunst an der Universität von Palermo. Sie studierte Philosophie und Kunstgeschichte in Palermo, Wien und New York. Im Mittelpunkt ihrer Interessen steht die Beziehung zwischen Kunst und Psyche. Als Spezialistin für Gustav Klimt und die Wiener Sezession ist sie Autorin zahlreicher Aufsätze und Monographien über die europäische Kunst zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert und der historischen Avantgarde. Aktuell beschäftigt sie sich mit Surrealismus, Art Brut und Arte irregolare. Sie gründete und leitet das Osservatorio Outsider Art sowie das gleichnamige Online-Magazin und Journal.

 

Förderer und Unterstützer


Schirmherr des euward7 ist

  • Edgar Selge
    Schauspieler (München)


Für die freundliche Unterstützung des euward7 danken wir

  • Prof. Dr. Anja Mohr
    Institut für Kunstpädagogik der Ludwig-Maximilians-Universität München

  • Aktion Mensch e.V.
    Die Aktion Mensch e.V. ist die größte private Förderorganisation im sozialen Bereich in Deutschland. Zu ihren Mitgliedern gehören: ZDF, Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie, der Paritätische Gesamtverband und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Der Verein unterstützt mit den Erlösen aus seiner Soziallotterie jeden Monat bis zu 1.000 soziale Vorhaben für Menschen mit Behinderung, Kinder und Jugendliche. www.aktion-mensch.de

  • Edith-Haberland-Wagner Stiftung
    Die Edith-Haberland-Wagner Stiftung wurde 1996 gegründet. Sie sichert den Erhalt von Augustiner-Bräu München als Privat brauerei und ist in einer Vielzahl von Bereichen wohltätig. Dazu gehören die Pflege von Brauchtum und Tradition, Denkmalschutz, die Bewahrung von Umwelt und Landschaft sowie mildtätige Zwecke, die unmittelbar der selbstlosen Unterstützung von Menschen dienen. www.ehw-stiftung.de


 
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