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euward-Preisträger 2018 stehen fest

Michael Golz, Ota Prouza, Tim ter Wal und Clemens Wild sind die euward-Preisträger 2018

Die Jury bestimmte am Samstag, 28. Oktober, die Träger des Kunstpreises – Ausstellung ab Juli 2018

(30. Oktober 2017)


München. –  Die Preisträger des euward 2018 sind Michael Golz (Duisburg / Deutschland), Ota Prouza (Brtníky / Tschechische Republik), Tim ter Wal (Almere / Niederlande) und Clemens Wild (Bern / Schweiz). Die Jury bestimmte am Wochenende (Samstag, 28. Oktober) die drei Künstler, die 2018 mit dem von der Augustinum Stiftung vergebenen euward, dem Europäischen Kunstpreis für Malerei und Grafik im Kontext geistiger Behinderung, ausgezeichnet werden, zusätzlich sprach sie einen weiteren Sonderpreis zu.


Der euward, der seit dem Jahr 2000 und nächstes Jahr bereits zum 7. Mal verliehen wird, ist international die wichtigste Auszeichnung für Kunst im Kontext geistiger Behinderung. Sein Ziel ist es, unbekannte Künstler zu fördern und ihr Schaffen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Er ist mit Geldpreisen und der Publikation eines Kataloges im Gesamtwert von 19.000 Euro dotiert. 250 Künstlerinnen und Künstler aus 15 europäischen Ländern haben sich in diesem Jahr für den euward beworben; das euward-Kuratorium hat daraus 17 Teilnehmer für den Preis nominiert. Die Jury schließlich hat aus dieser Shortlist die drei Preisträger bestimmt und zusätzlich einen Sonderpreis zugesprochen. Die Werke der Preisträger und der übrigen nominierten Künstler werden vom 22. Juli bis zum 9. September 2018 im Buchheim Museum in Bernried am Starnberger See in der euward-Ausstellung präsentiert. Die Preise werden zum Auftakt am 21. Juli in Bernried verliehen.


Die Preisträger in alphabetischer Reihenfolge
(die Platzierung wird erst bei der Preisverleihung im Juli 2018 bekanntgegeben):


  • Michael Golz (Jahrgang 1957) arbeitet seit 2012 im Duisburger Atelier MALzeitler. Sein Lebensprojekt „Athosland“ besteht aus tausenden Einzelblättern und wächst auf mehreren Ebenen. Golz kartografiert seine Fantasiewelt aus der Vogelperspektive, geht ins Detail mit filigranen Zeichnungen von Landschaft und Architektur, ergänzt durch Bildergeschichten über deren Bewohner.
  • Ota Prouza (Jahrgang 1959) lebt seit mehr als 50 Jahren in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung in Brtníky. Er hat keine Berufsausbildung, auch Lesen und Schreiben sind ihm nur begrenzt möglich. Obwohl er sein Leben auf dem Land verbringt, war er schon immer vom Großstadtgetümmel fasziniert. Seine Zeichnungen zeigen dies auf meterlangen, grob verklebten Papierstreifen.
  • Tim ter Wal (Jahrgang 1984) lebt in Almere. „Ich wurde autistisch geboren“, schreibt er über sich auf seiner Website, und weiter: „Viele Menschen glauben, dass Autismus eine Erkrankung ist, aber ich sehe es nur als Geschenk. Mein Gedächtnis ist meine Kamera.“ Allein mit Hilfe dieses außergewöhnlichen visuellen Gedächtnisses zeichnet ter Wal seine hyperrealistischen Ansichten von Industrieanlagen und Städten.
  • Clemens Wild (Jahrgang 1964) ist seit 2012 Mitglied im Kollektiv ROHLING, Bern, und dessen Atelier. In einer Kombination aus Schrift und Bild dokumentiert Wild in seinen Zeichnungen den Alltag im Heim und erzählt vom Schicksal einfacher Menschen am Rande der Gesellschaft. Neben einer Soloausstellung in Bern war er 2016 auch schon im Musée Visionnaire in Zürich zu sehen.


„Mit dem euward machen wir das außergewöhnliche Werk der noch unbekannten Künstler erfahrbar“, betonte Kurator Klaus Mecherlein bei der Bekanntgabe der Preisträger am 28. Oktober in der Ludwig-Maximilians-Universität in München, „das Niveau der nominierten Arbeiten war auch in diesem Jahr außergewöhnlich hoch“. Der international besetzten Jury gehörten der Galerist Christian Berst (Paris / Frankreich), die Direktorin des Museums schweizerische Naive Kunst und Art Brut, Monika Jagfeld (St. Gallen / Schweiz), die stellvertretende Direktorin des Buchheim Museum, Rajka Knipper (Bernried bei München / Deutschland), und die Kunstprofessorin Eva di Stefano (Palermo / Italien) an.


Der euward 2018 wird gefördert von der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung, München.
Informationen unter www.ehw-stiftung.de.

 
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