Mario Jambresic
Mario Jambresic wurde 1966 in Paderborn geboren und wuchs in Bielefeld auf. Seit 1981 lebt der Künstler in der betreuten Wohngruppe der Lebenshilfe in Bielefeld-Brackwede, in der auch seine Arbeiten, während der Freizeit, entstehen. Tagsüber ist Jambresic in einer Werkstatt für behinderte Menschen beschäftigt, wo er, beispielsweise beim Reinigen von Kurbelwellen, handwerkliche Arbeit verrichtet.
Schon in der Schulzeit an der Sonderschule war die besondere künstlerische Begabung und ein "sehr gutes optisches Wahrnehmungsvermögen" Jambresics aufgefallen. Seine künstlerische Weiterbildung betreibt Jambresic heute selbst aktiv durch die Teilnahme an Volkshochschulkursen oder Angeboten in der Einrichtung Bethel. Beim Stadtbummel, bei Kaffeehausbesuchen und auf den gelegentlichen solitären Eisenbahnfahrten findet er offensichtlich die Anregung für seine künstlerische Arbeit, für die er, zurückgezogen auf seinem Zimmer, jede freie Minute nutzt. Werk:
(im Uhrzeigersinn) "Arzt", "Holländer", "Beamter", "Beamter", undatiert, Farbstift auf ausgeschnittenes, geklebtes Papier
Die mit Farbstiften gemalten, dann ausgeschnittenen, männlichen Papierfiguren gehören seit langem zum schöpferischen Repertoire von Jambresic. Nach ihrer Fertigstellung trägt er stets einzelne dieser "Schutzmänner", klein zusammen gefaltet, in der Jacken- oder Hosentasche mit sich. Zur Herstellung dieser Bilder zeichnet der Künstler zunächst die Umrisse von Oberbekleidung und Kopf. Dabei verwendet er gewöhnliches - meist schon gebrauchtes - Schreibpapier in Größe DIN A4 und fügt dann, wenn das Format nicht ausreicht, Papierteile an Kopf, Rumpf oder Beinen an. Diese Applikationen werden mit Klebestreifen auf der Rückseite verstärkt. Beim anschließenden Bemalen mit den Farbstiften trägt Jambresic mehrere Schichten übereinander auf, um so die nuancierte Wirkung von Oberflächentexturen zu erzielen.
Nach der Fertigstellung schneidet er die Figuren aus und faltet sie zum Mitnehmen mehrfach zusammen. |
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